Revolution des Erkennens

Euer Wir, eine leere Hülle
bedeutungsloser Begriffe, wie
Tradition, Kultur oder Volk:
Wacklige Konstrukte
einer kollektiven Imagination.

Und ihr schwenkt eure Fahnen und
errichtet eure Grenzen
gegen Dynamik und Synthese,
gegen das Wesen der Begegnung,
Antrieb jeglicher Identität,
zum Schutz vor dem vermeintlich Fremden,
das euch wesentlich eigen ist.

Ja, dieses hochgelobte Wir,
mit seiner Null-Identität,
trägt die Maske der Abgrenzung,
die Maske des Nicht-Seins,
die Maske eurer eigenen Unheimlichkeit.

Eure Saat, geerntet bringt sie Hass,
und Mord und Tod und Unheil:
Jedes Wort wird zum Messer,
jeder Buchstabe zum Stich.

Es ist Zeit, die Augen zu öffnen,
um Mauern einzureißen,
für ein neues Wir,
für die Wende, die
Revolution des Erkennens.

Ein Kommentar

  1. Danke für diese insgesamt sehr interessante und tiefgreifende und Interpretationen ermöglichende Internet-Seite!Das Gedicht sollte von vielen Menschen gelesen werden. Ich finde es sehr treffend und nah an unserer Gesellschaft. Ein zeitkritischer Appell an alle, die durch Stammtischgerede oder unter Verwendung anderer Vorwände ihr Leben dem Hass gegen Minderheiten gewidmet haben. Ich finde es wirklich sehr ausdrucksstark und treffend. Elsbeth

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