Stille

Niemand, der sie hören kann,
außer dir,
außer mir,
die Stille auf der Eisenbahnbrücke:
wie ein Schleier des Nebels
unser Innerstes umhüllend.

Das Dröhnen der Motoren,
das Rattern der Züge,
im Stakkato der Sehnsucht an uns vorbeiziehend.
Führerlose Maschinen fremder Welten.

Die Brücke, klappernd,
unter dem Druck mechanischer Beanspruchung
seufzend und ächzend,
eine kranke Greisin,
die Lasten der Welt ertragend.

Und eure Gehörwindungen
gegeißelt von den anarchischen Stimmen der Massen:
Das Hallen und Schallen,
das Rattern und Knattern,
das Toben und Tosen,
entfesselte Stürme aus dem Morast
eures städtischen Sumpfes der Anonymitäten.

Du hältst mich, ich halt dich
und wir hören die Stille des Flusses,
unter der Brücke hinweg fließend,
durch unsere Körper strömend.

Und die Brücke dröhnt und klappert
und die Brücke ächzt und seufzt:
haucht uns etwas Bedeutungsvolles ins Ohr.
Und wir blicken auf den violetten Himmel,
den Untergang der Sonne,
das Ende der Welt
und erkennen.

 

 

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